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Der Team-Erfolgsfaktor Nr. 1
Was Google nach mehrjähriger Suche im eigenen Unternehmen über die außergewöhnliche Leistungsfähigkeit einiger Teams herausfand.

Im Jahr 2012 startete Google das hausinterne Projekt „aristotle“ – mit einem klar definierten Ziel: Herausfinden, wie Teams (noch) erfolgreicher zusammenarbeiten können. Zu diesem Zeitpunkt arbeiteten etwa 50.000 Mitarbeiter, mehrheitlich organisiert in Teams, für die erfolgreichste Suchmaschine aller Zeiten.

Erste Erkenntnis nach Auswertung der Daten von 180 Teams: Es liegt nicht an den Personen! Weder die Teilnahme von besonders leistungsfähigen Team-Mitgliedern noch die Art der Team-Zusammensetzung machte einen signifikanten Unterschied beim Output des Teams!

Damit war klar, dass die Antwort auf die Suche nach dem geheimen Team-Turbo irgendwo im Bereich der zwischenmenschlichen Faktoren, der Team-Kultur zu finden ist. Dieser Bereich lässt sich mit Statistiken und Algorithmen, dem Handwerkszeug des Suchmaschinen-Marktführers, nur schwer durchdringen. Und so dauerte es gute zweieinhalb Jahre bis Auswertung und ständige Nacherhebung der Daten ein eindeutiges Ergebnis lieferten: Der Zauberfaktor der Spitzenteams hat einen einfachen Namen: „psychological safety“

Was macht nun diese „psychologische Sicherheit“ im täglichen Team-Handeln aus? Zwei Faktoren sind entscheidend: Zunächst eine annähernd gleichverteilte Redezeit in Teambesprechungen. Je weniger einzelne „Alphas“ im Team hohe Redeanteile für sich beanspruchten, desto besser die Teamleistung. Der zweite Faktor betrifft das soziale Sicherheitsgefühl innerhalb des Teams. Können Teammitglieder jederzeit Argumente oder Ideen einbringen, die auf den ersten Blick vielleicht schräg, ungewöhnlich oder provokativ wirken? Nur in dieser Balance aus Freiheit, Sicherheit und Vertrauen waren Teams zu Bestleistungen fähig.

Wie lässt sich nun „psychological safety“ im Team installieren? Da Teamkultur eine indirekte Variable ist, kann nur auf Umwegen vorgegangen werden. Die Teamleitung muss zunächst ein feines Gespür für Redezeiten entwickeln, idealerweise kann dies offen angesprochen und von mehreren Teammitgliedern begleitet werden. Für den zweiten Schritt in Richtung „psychological safety“ ist die Person des Teamleiters gefordert. Es geht darum, als Mensch erkennbar zu werden, etwas von sich preiszugeben, eine Flanke zu öffnen, psychologische Sicherheit vorzuleben. Nur ein verletzbarer, menschlicher greifbarer Teamleiter schafft die Öffnung, die es allen Teammitgliedern ermöglicht sich mit vollem Potenzial einzubringen.

Zum Projekt „Aristotle“ hat Google 2016 einen Artikel in der New York Times veröffentlicht.